16. Mai, 2026
VERTRAUEN OHNE PLAN
Das Leben ist nicht planbar.
Diese Erfahrung durfte ich immer wieder machen. Der Wunsch nach Sicherheit und die richtigen Dinge zu entscheiden und/oder das Richtige zu tun ist immer wieder spürbar.
Und wie man denkt, man hat alles im Griff, kommt etwas ins Leben, dass uns diese Kontrolle entzieht und uns zeigen möchte, dass Unsicherheit ein Teil der ganzen Geschichte ist.
Nicht zu Vertrauen verhindert die Fülle im Leben. Weil das Leben einer eigenen Logik folgt, die wir oft nicht verstehen und es uns in einer Welt von Urteil, sehr schwerfällt dieses Vertrauen, wenn wir es üben, dann auch halten zu können.
Wenn wir nicht Vertrauen lernen, verpassen wir unseren Weg. Den Weg, den noch nie jemand gegangen ist.
Der Wortursprung „Vertrauen“ basiert auf dem Stamm ‚truwen‘ = glauben, hoffen, zutrauen.
Ist eng mit den Begriffen „treu“ und „bauen“ verwandt. Es drückt aus, sich etwas zu wagen oder Mut zu haben.
Vertrauen vs Kontrolle
…wäre in der Wortzerlegung die Annahme, dass wir dem Leben glauben können. Dass wir hoffen können und dem Prozess zutrauen, dass er für uns ist.
Oder
…die Kontrolle übernehmen, was so viel bedeutet wie, zu überwachen, nachzuprüfen oder die Vorgänge zu beaufsichtigen. Sicherzustellen, dass erwartetes erfüllt wird oder eine Ordnung eingehalten wird. Im Wort steckt contre = gegen und role = Rolle/Liste. Was soviel bedeuten könnte wie, gegen die vorgesehene Rolle zu sein.
Vertrauen vs Angst
…könnte auch als LIEBE vs Angst beschrieben werden.
Somit setze ich Vertrauen auch der Liebe gleich. Der Liebe und dem JA zu sich selbst und zum Leben.
Ich kann aus Liebe und aus Angst handeln. Beides kann mit Unsicherheit und Unbehagen sowie Kontrollverlust verbunden sein. Beides kann sich unangenehm anfühlen und dadurch vermieden werden wollen. Der Unterschied liegt im Ergebnis, welches sich zum Zeitpunkt der Weggabelung natürlich noch nicht zeigt. Somit erfordert es Mut und einer tieferen Verbindung mit sich selbst oder einem Schubs vom Leben, um diese Erfahrungen zu machen und zu integrieren und vollumfänglich zu begreifen.
MUT, eine innere Klarheit und/oder Risikobereitschaft etwas zu wagen, einen neuen Schritt zu setzen, ohne sich in Sicherheit zu wissen. Eine Türe zu schließen, und nicht zu wissen, ob sich tatsächlich eine andere Türe öffnet. Ein Gefühl, welches einen überkommt.
M it
U nsicherheit
T un
SCHUBS, eine erforderliche Erfahrung, die man aus eigener Bewegung nicht gewagt hätte, diese jedoch unumgänglich und wichtig für die eigene Entwicklung ist.
S ich
C hancen
H ingeben
U und
B ewegt
S ein
Wir alle kennen die Geschichten von MUTIGEN Menschen, die unerschrocken Entscheidungen getroffen haben und in ein Erfahrungsfeld eingetaucht sind, bei welchem wir allein durchs zuhören bereits den Kopf geschüttelt. Wir diesen Mut feiern und gleichermaßen als unvorstellbar erachten. Was wir beim Lauschen dieser Geschichten sehen, ist immer die Spitze des Eisbergs. Was wir nicht hören und sehen ist der große Klotz, der darunter liegt. Mit welchem Antrieb und welcher Resilienz und vorangegangenen Geschichte dieser Mensch zu genau diesem Mut und dieser Entscheidung geschoben wurde.
Auch kennen wir alle die Geschichten von schicksalhaften Wendungen, die im ersten Moment erschrecken, schockieren sind und eine Welle an Gefühlen lostreten. Wie ein schwarzes Loch wirken, welches keinen Boden unter sich zu haben scheint. Und in diesem freien Fall aussichtslos scheinen. Und irgendwann, im Laufe der Zeit, malt sich ein neues farbenfrohes Bild und die Geschichte nimmt ein gutes Ende. Auch hier sehen wir nicht alles. Wir übersehen die Notwendigkeit und die Wachstumschance. Die vielleicht fehlende Hingabe und die fehlende Verbundenheit mit sich.
Das eine löst eine Anerkennung in uns aus, das andere ein tiefes Mitgefühl, schlimmstenfalls jedoch Empörung und Mitleid.
Was hier für mich sichtbar wird, ist, dass nach einem schmerzfreien, fehlerfreien und fast perfektionistischen Lebensweg gestrebt wird.
Einem Weg, welcher eine überdurchschnittliche, angebliche Klugheit und eine Abgetrenntheit vom eigenen Fühlen voraussetzen würde.
Das klingt für mich in Summe mehr nach einem Roboter als nach einem Menschen….
Hier erstreckt sich der Bogen hin zum fühlen…
Denken, fühlen und dann tun. Nicht immer einfach aber „probierenswert“

